Zurück auf dem Boden der Tatsachen

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Eine Rolle rückwärts – der FCR unterliegt in Hattingen (Symbolfoto) | Bild: FCR-Freaks

Da ist sie – die erste Niederlage für den FC Remscheid im Jahr 2016. Dass sie irgendwann kommen würde, dürfte niemanden überrascht haben. Allerdings die Art und Weise, wie man sich von einem größtenteils biederen Gastgeber insbesondere in der zweiten Halbzeit den Schneid abkaufen ließ, war nach dem tollen 7:1 gegen den Rather SV dann doch etwas unerwartet.

Die ersten gut 15 Minuten gehörten Niederwenigern. Auf dem durchnässten Kunstrasenplatz im Grenzgebiet zwischen Essen und Hattingen kam der FCR zunächst nur selten aus der eigenen Hälfte heraus. Echte Torchancen musste Nico Tauschel im Remscheider Tor jedoch nicht verhindern.

Landesliga: Sportfreunde Niederwenigern – FC Remscheid 3:1 (0:1)

Ähnlich erging es jedoch auch seinem Gegenüber. Denn auch wenn die Röntgenstädter nach 20 Minuten besser im Spiel waren und sich dem Hattinger Tor näherten, waren Torchancen ebenfalls Mangelware. Lediglich nach Standardsituationen strahlte die Legat-Elf Gefahr aus. Und so ging der FCR auch in Führung. Nach einer Cozza-Ecke von links köpfte Benjamin Wünschmann, der heute für den beruflich verhinderten Heiko Emde in der Innenverteidigung stand, den Ball zum 1:0 ins gegnerische Gehäuse. Etwas mehr als eine halbe Stunde waren zu dem Zeitpunkt gespielt. Ohne weitere nennenswerte Aktionen ging es anschließend in die Halbzeit.

Zur zweiten Halbzeit brachte Thorsten Legat zwei neue Spieler: Abdul Dubravic und Umut Altmis kamen für Patrick Posavec und Sven Senior, der bereits Mitte der ersten Hälfte Burhan Akgül ersetzt hatte. Somit waren bereits alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft, was unter den Remscheider Fans für Stirnrunzeln sorgte. Wie im Nachhinein jedoch zu erfahren war, waren die Auswechslungen zumindest teilweise verletzungsbedingt.

Mit Wiederanpfiff machten die Sportfreunde Niederwenigern das Spiel. Der FC Remscheid ließ sich in die eigene Spielhälfte hineindrängen und lauerte auf Konter. Leider schlichen sich bei unserer Mannschaft zu viele Ballverluste ein, sodass mögliche Gegenangriffe entweder leichtfertig verspielt oder gar nicht erst eingeleitet werden konnten.

Die Partie spielte sich zu gefühlt 90 % in der Remscheider Spielhälfte ab und ein Lattentreffer sowie ein wegen Abseits zurückgepfiffenes Tor der Gastgeber waren ein Vorgeschmack darauf, wie schwierig die Schlussphase noch werden würde.
Hatte der FCR zunächst noch durch hohen Einsatz den Gegentreffer zu verhindern gewusst, so waren die Sturmläufe von Niederwenigern jedoch irgendwann zu viel für die Blau-Weiße Defensive. Nach 75 Minuten war der Ball im Tor von Nico Tauschel.

Die Mannschaft vermochte es nun nicht mehr, den Hebel noch einmal umzuschalten, auch weil personell nicht mehr nachgelegt werden konnte. Und so kam es noch schlimmer für unser Team: Wenige Minuten vor dem Ende fiel das 2:1 für die Gastgeber, bevor das 3:1 in der Nachspielzeit den Endstand besiegelte.

Festzustellen war heute einmal mehr, dass die Mannschaft Probleme hat, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dazu kam heute, dass sich der FCR nach dem Seitenwechsel von einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf komplett den Schneid abkaufen ließ. Dies lässt sich nur dadurch erklären, dass der FCR entweder nach 45 Minuten schon mit den Kräften am Ende oder zu defensiv eingestellt war und das 1:0 bereits verwalten wollte beziehungsweise sollte.

Was auch immer davon zutrifft: Es geht auf den Deckel von Thorsten Legat. Was nicht heißt, dass er ein schlechter Coach ist oder der Mannschaft nicht helfen kann. Doch konditionelle Probleme oder taktische Fehler sind grundlegende Dinge, für die der Trainer verantwortlich ist.

Am Sonntag kommt mit dem TSV Ronsdorf das Tabellenschlusslicht ins Röntgen-Stadion. Ein Sieg ist dann Pflicht, egal wie. Wir glauben dran!

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